Testberichte Ford
Der Ford Ranger

Die Entwicklung des Ranger fand unter der Federführung des Ford Truck Vehicle Center (TVC) in Nordamerika statt und folgte damit der globalen Produktentwicklungsstrategie des Unternehmens, welche die Konstruktion im kleineren und mittleren Fahrzeugsegment in Europa konzentriert, während die Entwicklung der Großfahrzeuge in Nordamerika beheimatet ist. Das TVC verfügt über eine über 80-jährige Erfahrung bei der Entwicklung von LKW, 70 davon im Bereich der Pritschenwagen. Hier wurde auch der absolute Verkaufsschlager aller Zeiten entwickelt, der Ford F-Series Pick-Up, der seit 16 Jahren in Folge den Absatzrekord aller Fahrzeuge innerhalb der USA hält. Seit der Umstrukturierung des Unternehmens zeichnet das TVC auch für die Konstruktion des Ford Transit verantwortlich, der auf dem europäischen Nutzfahrzeugmarkt die führende Rolle spielt.

Gefertigt wird der Ranger in einem auf der grünen Wiese komplett neu errichteten Werk in Thailand. Gebaut wurde es von der Ford/Mazda AutoAlliance, die das Werk außerdem betreibt und auch in den USA gemeinsame Modelle fertigt. Der Standort Thailand wurde gewählt, weil hier (nach den USA) der zweitgrößte Markt für Pritschenwagen besteht, die über 60 Prozent aller verkauften Fahrzeuge ausmachen. Das Werk arbeitet nach den globalen Qualitätsnormen von Ford und verfügt über alle Fertigungsbereiche wie Pressen, Schweißen, Lackieren, Endmontage und Motorenbau. Die hier produzierten Fahrzeuge werden unter den Marken Ford und Mazda in über 100 Ländern der Welt verkauft. Die Fertigungsplanung für das Werk sieht eine jährliche Produktion von 135.000 Einheiten vor. Der Ranger stellt ein völlig neues Fahrzeugdesign mit einem neuen Namen dar. Er ist in zwei verschiedenen Radstand-, zwei Motoren- und drei Kabinenversionen lieferbar. Das Design greift wesentliche Elemente der traditionellen Ford Pick-Ups auf, wie der F-Serie, die in Nordamerika allenthalben den Ruf äußerster Robustheit, Langlebigkeit und Zuverlässigkeit genießt. So sind von den seit der Markteinführung vor 50 Jahren verkauften 26 Millionen Einheiten der F-Serie heute noch acht Millionen in Gebrauch. Anklänge an markante Styling-Elemente der F-Serie, wie der kühn wirkende Eierkarton-Grill, die mächtige Grilleinfassung und die karosseriebündigen Scheinwerfer, finden sich auch im Ranger-Design wieder.

Mit dem Launch des Ranger kehrte Ford 1999 nach einer sechsjährigen Pause auf den europäischen Markt für Eintonner-Pick-Ups zurück. Das letzte zuvor von Ford in dieser Klasse angebotene Modell war der P100, ein in Portugal gefertigtes Sierra-Derivat mit einem separaten Ladekasten bzw. Pritsche. Demgegenüber ist der Ranger ein von vornherein als Pick-Up konzipiertes Fahrzeug, das auf einem ganzlängigen robusten Leiterrahmen montiert ist. Zu den lieferbaren Varianten gehören u.a. die Einzel- oder Doppelkabine, zwei verschiedene leistungsstarke 2,5-l-Vierzylinder-12-Ventil-Dieselaggregate und Allradantrieb. Egal in welcher Ausführung, der Ranger ist auf jeden Fall ein äußerst leistungsfähiges und robustes Arbeitstier, das in der Doppelkabinenversion sowohl das größte Nutzlastvolumen in Verbindung mit der längsten Ladefläche als auch Klassenbestwerte bei Kopffreiheit und Sitzkomfort bietet. Mit einer Gesamtlänge von knapp fünf Metern, zwei wählbaren Radständen (2985 und 3000 mm) und drei Karosserievarianten (Einzelkabine mit zwei Sitzen, Supercab mit vier Sitzen und Doppelkabine mit fünf Sitzen) erfüllt der Ranger unterschiedlichste Ansprüche für den gewerblichen oder teilgewerblichen Einsatz.

Die Einzelkabine (Regular Cab) ist ein robuster, wirtschaftlicher und leistungsfähiger Lastentransporter. Mit einer Ladelänge von 2280 mm und 1-Tonnen-Nutzlastkapazität erreicht diese Variante Klassenbestwerte. Serienmäßig mit dem wirtschaftlichen 78 PS starken 2,5-L-Vierzylinder-12-Ventil-DuraTorq-WL-Saugdiesel motorisiert, gibt es die Einzelkabine wahlweise mit Zweirad- oder Vierradantrieb. Die europäische Version ist mit zwei Einzelsitzen ausgestattet. Die erweiterte Einzelkabine oder Super Cab-Version verfügt darüber hinaus hinter den Sitzen über einen Stauraum, in dem zum Beispiel Werkzeuge und Geräte sicher befördert werden können, und zwei Behelfssitze für die gelegentliche Beförderung von Personen. Die verlängerte Kabine verkürzt die Ladelänge auf 1753 mm. Die Netto-Nutzlastkapazität von 1120 kg bleibt jedoch erhalten. Die Super Cab-Version ist mit Hinterradantrieb und dem gleichen DuraTorq-WL Saugdiesel ausgerüstet. Die Doppelkabinen-Variante ist noch weiter nach hinten gezogen und verfügt über zwei Seitentüren und zwei Sitzreihen. Sie soll vor allem Käufer ansprechen, die auf ein PKW-ähnliches Ambiente zur Beförderung von Mitfahrern Wert legen und dennoch die praktischen Vorzüge eines Pick-Up zur Beförderung von Geräten und Ausrüstung schätzen, beispielsweise für landwirtschaftliche Zwecke oder für Freizeitaktivitäten.

Quelle: Fordwerke AG/Norbert Albrecht


