Testberichte Hummer
Der Hummer H3

Verglichen mit H2 ist der H3 39 mm kürzer, 171 mm niedriger und 73 mm schmaler. Für Europa waren einige Änderungen nötig: Die Scheinwerfer sind jetzt oval mit Chromeinfassungen ausgeführt. Klarglaslinsen mit gelben Blinkern, speziell entwickelte Seitenblinker und ein anderes Design der Rücklichter waren ebenfalls erforderlich, um den internationalen Beleuchtungsanforderungen zu entsprechen. Der Außenradius der Spiegel, die vorderen Verkleidungen und Abschleppösen wurden verändert. Es wurden zusätzliche Kotflügelverbreiterungen zur Abdeckung der Reifen hinzugefügt, die in einigen Ländern nicht aus der Karosserie herausragen dürfen. Eine umgestaltete Stoßstange enthält einen Heckunterfahrschutz und Nebelschlussleuchten. Trotzdem bleibt der Hummer ein Hummer, optisch wie technisch.

Angetrieben wird der "Baby"-Hummer von einem 3,7 Liter-Fünfzylinder-Reihenmotor mit zwei obenliegenden Nockenwellen und variabler Ventilsteuerung. Er leistet 244 PS (180 kW) bei 5600 U/min und hat ein Drehmoment von 328 Nm bei 4600 U/min. Ein Diesel ist vorerst nicht lieferbar, soll aber in absehbarer Zeit folgen. Und er wird nötig sein, um dem Hummer eine echte Chance auf Europas Straßen zu geben. Denn der Benziner ist träge, die antiquierte Viergang-Automatik arbeitet zwar ruckfrei, aber nimmt dem Aggregat viel Schwung. Hier ist der Handschalter sicher die bessere Wahl.

Im Gelände hilft ein elektronisch gesteuerter Allradantrieb. Das System wird durch eine Traktionskontrolle, ein optionales Sperrdifferential hinten und die StabiliTrak-Stabilitätskontrolle verstärkt, die standardmäßig angeboten wird. Der H3 kann Wasserlöcher von 407 mm Tiefe mit 32 km/h oder Wasserläufe von 610 mm Tiefe bei 8 km/h durchwaten und Stufen bzw. Felsbrocken von 407 mm Höhe nehmen. Hier spielt er in einer Liga mit Jeep oder Land Rover oder kann deren Offroad-Eigenschaften gar noch toppen. Auch auf der Straße macht der Hummer durchaus eine gute Figur. Trotz der riesigen Reifen (standardmäßig: Stahlgürtel-Geländereifen P265/75R16 von Goodyear) lassen sogar enge Kurven flott passieren, die Lenkung arbeitet relativ direkt und feinfühlig. Schneller als 140 km/h mag man aber nicht fahren, dann wird die Lenkung diffus, das Geräuschniveau steigt stark an. Bei Tempo 158 ist sowieso Schluss. Selbst in der Stadt gibt sich der H3 mit 11,5 Metern Wendekreis noch einigermaßen handlich. Dank 2,84 Metern Radstand sind auch die Platzverhältnisse ordentlich, auch im Fond lässt es sich bequem reisen. Das Kofferraumvolumen ließ sich leider nicht erfragen, es lagen noch keine Messwerte für Europa vor.

Überrascht hat auch die ordentliche Verarbeitung und das aufgeräumte Cockpit mit einfacher Bedienung. Hier wirkt der Amerikaner fast schon europäisch. Vier klare Rundinstrumente sorgen für Durchblick, Knöpfe und Drehregler machen einen soliden Eindruck, auch wenn natürlich Plastik in dunklen Tönen dominiert und echtes Metall oder Holz nicht im Angebot ist. Rund 1700 Hummer hat GM in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres verkauft. Dank neuer Händler und dem H3 sollen es deutlich mehr werden. Das Fahrzeug lässt keinen Platz für zwei Meinungen: Entweder man mag es oder nicht. Optisch ist der h3 mit seinem martialischen Auftritt sicher ein Gewinn. Aber es fehlt ein leistungsfähiger Diesel, der Benziner wird mit Verbräuchen um 15 Liter in der Praxis nicht allzu viele Freunde finden. Im Vergleich zu einem H1, der sich fährt wie ein Lkw, ist der H3 ein ansprechendes Auto mit ordentlichem Alltagsnutzen. Die Preise stehen noch nicht fest, aber weniger als 40 000 Euro werden es auf keinen Fall sein. Ab April steht der Hummer H3 bei den Händler - mit vier Jahren Garantie.

Quelle: Hummer/Auto-Reporter/Norbert Albrecht
Der Hummer H2

Hummer, einer der reinrassigsten Geländewagen mit Allradantrieb, ist der unangefochtene Spitzenreiter unter den Offroad-Fahrzeugen. Bis jetzt. Der neue "Hummer H2" von General Motors soll die Krönung in der Entwicklung darstellen. Der H2 vermittelt einen Blick auf die Zukunftsmöglichkeiten für Geländewagen der Oberklasse. Das neue Modell hat sehr viel mit dem Hummer gemeinsam, der zur Zeit in Serie gefertigt wird: Stärke, Widerstandsfähigkeit und die Tatsache, dass er eine Klasse für sich unter den Geländewagen beanspruchen kann. Der H2 soll die Tradition des Hummer fortführen, der sich aus dem Modell "Overland Runabout" von 1903 entwickelt hat. Mit dem H2-Design wird der Hummer modernisiert und aktualisiert, ohne jedoch seine Stärken in irgendeiner Weise zu beeinträchtigen, so General Motors: aggressiv, sportlich, robust. Der H2 weist die gleichen Züge auf, allerdings in verfeinerter Form, um einen noch größeren Kundenkreis anzusprechen.

Das Design des H2 ist nach den Ausführungen von General Motors an andere hochentwickelte Konsumgüter angelehnt wie z. B. den Apple G3 Laptops, die präzise und komplexe Funktionen, jedoch ein einfaches Design mit klaren Linien und fließenden Formen bieten. Bei diesen Geräten haben alle Kanten, Verbindungen und Oberflächen mehr als nur eine Funktion. Im Prinzip sind sie funktionelle Geräte in kunstvollem Design. Das Styling des H2 orientiert sich an der Serienversion des Hummer, allerdings mit glatteren Oberflächen, weniger sichtbaren Nieten und Befestigungselementen. Die Windschutzscheibe ist schräger, um die Aerodynamik zu verbessern. Optisch bleibt jedoch der gerade, aggressive Look des Serienfahrzeugs erhalten. Die Rundumsicht- Frontscheibe ist beim H2 einteilig, ohne Metallstrebe in der Mitte. Dadurch wird die Sicht sowohl für den Fahrer als auch für die Fahrgäste erheblich verbessert.

Im Profil behält der H2 das aggressive Aussehen des Hummer. Die Überhänge wurden vorn und hinten verkürzt, um noch bessere Rampenwinkel zu erzielen. Die Türen stehen etwas vor und erleichtern somit das Ein- und Aussteigen. Das Heck des H2 zeichnet sich weiterhin durch den charakteristischen Hummer-Look mit vier Fenstern aus. Die Heckklappe, die heruntergeklappt werden kann, sowie das hochfahrbare Fenster erleichtern das Beladen. Das erste Hummer-Zivilfahrzeug wurde 1992 ausgeliefert, nachdem das Modell des US-Unternehmens AM General den US-Streitkräften unter der Bezeichnung "Humvee" schon viele Jahre gute Dienste als Mehrzweckfahrzeug geleistet hatte. AM General wurde 1964 als Tochterfirma der Kaiser Jeep Corp. gegründet. Diese hat ihren Ursprung in der Firma Willys-Overland, die den Original "Jeep" entwickelt hat. GM hat nun die exklusiven Rechte auf den Namen Hummer erworben sowie die Lizenz, das Fahrzeug als Geländewagen und Pick-up im Handel zu vertreiben.

Als die GM-Designer begannen, sich mit der Zukunft der Hummer-Fahrzeuge zu befassen, entschlossen sie sich zu einer neuen Strategie: "Saat und Ernte". "Während wir die Ernte der hervorragenden Leistungen des Hummer einbringen", so Dean "müssen wir gleich wieder neue Saat ausstreuen. Wir sind der Meinung, dass der H2 in mancher Beziehung selbst zur Legende wird. In der Zukunft können wir diese Vorteile für ein neues Fahrzeug nutzen." Einer der "ertragreichsten" Faktoren ist die klare, jedoch aggressive Linienführung. Der H2 ist ohne jeden Zweifel ein Hummer, von allen Seiten und ganz besonders von vorn. An der Front ist eine Winde integriert, und eine große Schutzstange wird zusammen mit der Motorhaube hochgeklappt, um bequem an den Motor zu gelangen. Zum Ziehen und zum Ankuppeln von Anhängern sind vorn und hinten mehrere Haken angebracht.

Quelle: Hummer/Auto-Reporter/Norbert Albrecht


